Lebens- und Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Sozialen Arbeit - Ergebnisse einer Online-Umfrage

Laufzeit der Umfrage: November 2018 bis April 2019

Mit der Gründung der „netzwerkAGsozialearbeit“ während der DGSA-Jahrestagung 2018 gibt es eine organisierte „Nachwuchs“-Gruppe, die lose an die DGSA angebunden ist.

Als Organisationsteam erschien es uns nur allzu nachvollziehbar, sich zuerst mit den eigenen Lebens-und Arbeitsbedingungen zu beschäftigen. Hierfür wurde von Fabian Fritz (HAW Hamburg) eine Online-Umfrage beim wissenschaftlichen Nachwuchs in der Sozialen Arbeit durchgeführt. Die Umfrage verfolgte drei wesentliche Ziele. Sie sollte:

·       Informationen bzgl. der Beschäftigungsbedingungen der jungen Wissenschaft Sozialer Arbeit generieren und Transparenz schaffen,

·       Forschungsinteressen und Zukunftsperspektiven der jungen Wissenschaft erheben,

·       Verbesserungsvorschläge bündeln und kommunizieren, um somit zu Diskussionen innerhalb der jungen Netzwerke und darüber hinaus anzuregen.

Die Ergebnisse wurden auf der DGSA-Jahrestagung im April 2019 in Stuttgart vorgestellt. Eine ausführliche und kommentierte Publikation wird im entsprechenden Tagungsband erscheinen (voraussichtlicher Termin: Frühjahr 2020).

Zur Vorbereitung der trinationalen Tagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaften für Soziale Arbeit (DGSA/OGSA/SGSA) an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut am 24./25. April 2020 möchten wir die wichtigsten Ergebnisse vorab zur Verfügung stellen.

Im Panel möchten wir die Lebens- und Arbeitsbedingungen „junger“ Wissenschaftler_innen Sozialer Arbeit und einen (möglichen) Protest diskutieren. Im akademischen Mittelbau ist Prekarität eher die Regel als die Ausnahme. Grund ist, dass die Hochschulsysteme in Österreich und Deutschland nur einer Minderheit der Wissenschaftler*innen eine existenzsichernde, verlässliche und planbare Perspektive bieten können. Inzwischen regen sich kontinuierlich Kritik und Widerstand gegen die aktuellen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Das Panel schafft eine Übersicht und regt zur Diskussion an.

Der Blick auf die Ergebnisse unserer Umfrage zeigt, dass es u.a. kaum unbefristete Verträge gibt und nicht einmal der Hälfte in ihren Anstellungsverhältnissen Zeit zur Arbeit am eigenen Qualifikationsprojekt zur Verfügung steht. Hinzu kommt, dass nur ein Viertel über eine volle Stelle verfügt und über die Hälfte mehreren Arbeitsverträgen gleichzeitig nachkommt. Die Bedingungen spiegeln sich in einer ambivalenten Zufriedenheit der „Nachwuchs“-Wissenschaftler_innen wider. Diese und weitere Ergebnisse werden vorgestellt und diskutiert. Hier ist ein Poster mit der Zusammenfassung als PDF zu finden.

Aber wie nun weiter?

Nicht meckern, sondern Banden bilden. In einer Podiumsdiskussion soll in Landshut die Frage diskutiert werden, was die unterschiedlichen Beteiligten und Statusgruppen jeweils dazu beitragen können, sich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für die Wissenschaftler*innen im sogenannten „Mittelbau” bzw. den „Nachwuchs“ einzusetzen. Gemeinsam mit Podiumsgästen und Plenum werden Ideen entwickelt und deren Ambivalenzen diskutiert. Hierbei sollen sowohl gewerkschaftliche als auch innerwissenschaftliche Perspektiven zu Wort kommen.

Wir laden alle Interessieren herzlich ein, sich unsere Ergebnisse anzuschauen, mit uns in Landshut oder über andere Kanäle in Diskussion zu treten und gemeinsam aktuelle Problemlagen anzugehen.

Wir freuen uns über Feedback, Nachfragen und eine angeregte Diskussion.

Kontakt

Zur Umfrage: f.fritz@haw-hamburg.de  

Zum Panel: f.fritz@haw-hamburg.de & julia.hille@hs-nordhausen.de

Zum Nachwuchsnetzwerk: netzwerkagsozialearbeit@gmail.com

 

Fabian Fritz (HAW Hamburg)

Julia Hille (HS Nordhausen)

Nils Klevermann (Universität Tübingen)

Eva Maria Löffler (Universität Kassel)

Vera Taube (FH Würzburg-Schweinfurt)