Frauen - Forschung und Professionalisierung Sozialer Arbeit

Nachdenkliches zum Aktionstag #4genderstudies am 18.12.2021

Ohne Frauen gäbe es keine Professionalisierung der Sozialen Arbeit. Ohne Frauen gäbe es keine Forschung in der Sozialen Arbeit. Ohne Frauen gäbe es keine Soziale Arbeit, die an den konkreten Lebenslagen der Menschen ausgerichtet ist und darauf zielt, prekäre Lebensverhältnisse zu überwinden.

Dass vornehmlich Frauen die Professionalisierung Sozialer Arbeit initialisiert haben, gilt inzwischen wieder als Basiswissen Sozialer Arbeit. Aber wird die historisch enge Verbindung zwischen der Praxis Sozialer Arbeit (mit dem Ziel Lösung der Sozialen Frage) und Praxisforschung hinreichend thematisiert?

Was hat die Klimakrise mit feministischer Care-Forschung zu tun?

Nicht erst seit der Klimakrise wissen wir, dass die ökologischen Verhältnisse so geschädigt sind und werden, dass das Überleben des Planeten und damit der Menschheit auf dem Spiel stehen. Nicht allein die Temperatur des Planeten, sondern auch anderweitige existentielle Ressourcen wie Luft, Wasser, Böden, Pflanzen und Tiere sind aus dem Gleichgewicht. Dies schafft gesellschaftliche Beunruhigung und Angst, mobilisiert Protestbewegungen und ökologische Wissensentwicklung, und zwingt auch Politik zum Handeln. Auf zahlreichen Ebenen werden Maßnahmen ergriffen, um die ökologischen Schädigungen aufzuhalten und bestenfalls aufzuheben und die Umwelt vor weiteren Schädigungen erfolgreich zu schützen.    

Gerahmt ist dies alles vor allem als umweltpolitische Agenda. Aber geht es hierbei nicht auch um zentrale care-politische Fragen?

Soziale Arbeit in Kontexten des Alter(n)s in Zeiten der Corona-Pandemie und ‚danach‘?

Durch die Covid-19-Pandemie wurden und werden das ‚Alter‘ und der Umgang mit älteren Menschen gesellschaftlich neu und anders thematisiert – oder? Eine mittlerweile geläufige Formel lautet in etwa: ‚Corona ist wie ein Brennglas, das bereits vorhandene soziale Problemlagen sichtbarer macht bzw. verschärft‘. In Bezug auf die Wahrnehmung des Alters und die Lebensbedingungen im Alter wurden aber nicht nur soziale Problemlagen sichtbarer (hier z. B. Einsamkeit und soziale Isolation im Alter, vgl. u. a. Nakao et al. 2021.; DVSG 2020), sondern darüber hinaus auch Ambivalenzen und Dilemmata im gesellschaftlichen, politischen und professionellen Umgang damit. Diese zeig(t)en sich in der Corona-Pandemie insbesondere im Zusammenhang mit 1) Adressierungen des Alters, 2) Teilhabesituationen älterer Menschen, 3) Beziehungen zwischen den Generationen und 4) Rahmenbedingungen professioneller Begleitung und Unterstützung älterer Menschen. Doch welche Rolle spielte hierbei bislang die Soziale Arbeit? Und welche Rolle könnte Soziale Arbeit in Kontexten des Alter(n)s zukünftig, auch nach – den weiter andauernden Hochphasen – der Corona-Pandemie spielen?

Sozial-ökologische Transformationen und Klimagerechtigkeit in der Sozialen Arbeit

Im April 2021 gründete sich die DGSA Fachgruppe Sozialökologische Transformation und Klimagerechtigkeit in der Sozialen Arbeit. Soziale Gerechtigkeit spielt in der Sozialen Arbeit seit jeher eine zentrale Rolle, doch wird zunehmend deutlich, dass jegliche Debatten um Gerechtigkeit nicht ohne Rekurs auch auf Klimagerechtigkeit geführt werden können. So sind Menschen, die über weniger Ressourcen verfügen, um sich, ihr soziales und ökologisches Umfeld zu schützen bzw. geschützt zu werden, deutlich vulnerabler hinsichtlich der sozialen und ökologischen Folgen, die durch die Klimakrisen und Umweltzerstörung ausgelöst werden. Die Fachgruppe denkt deshalb politische und aktivistische Arbeit explizit mit, etwa in Kooperation mit Sozialverbänden und Klimagerechtigkeitsgruppen. Zudem möchte sich die Fachgruppe an der Entwicklung von Visionen für menschen- und naturfreundliche, gesellschaftliche Regeneration und Transformation beteiligen.

Wer ist eigentlich diese netzwerkAGsozialearbeit?

Die non-professorale Wissenschaft organisiert sich als Fachgruppe in der DGSA.

Der Sommer 2021 in den Sozialen Medien war für eine Weile durch den Hastag #IchBinHanna geprägt. Als Reaktion auf ein Video des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) erklären sollte, äußerten sich tausende Wissenschaftler:innen kritisch zu den Befristungsregelungen und prekären Arbeitsverhältnissen. Die Aktion, von Amrei Bahr, Kristin Eichhorn und Sebastian Kubon initiiert, schaffte es bis zu einer Aktuellen Stunde im Bundestag und erzeugt weiterhin Resonanz (Mehr Infos zu #IchbinHanna). Auch Gewerkschaften, Berufsverbände und akademische Fachgesellschaften griffen die Aktion auf – nachzulesen bspw. auch hier auf dem DGSA-Blog (Link zum Beitrag von Claudia Steckelberg). Jedoch ist unklar, wie es mit der Debatte weitergehen wird. Umso klarer ist dafür, dass sich die non-professoralen Wissenschaftler:innen auch selbst(organisiert) über ihre Lage verständigen müssen, um für verbesserte Arbeits- und Qualifizierungsbedingungen an Hochschulen einzutreten. Das Hashtag war dabei offensichtlich für viele Motivation und Anlass, ihre Lebens- und Arbeitssituation mit der Community zu teilen und zu skandalisieren. Dabei wurde durch die Sozialen Medien eine gewisse Erleichterung sichtbar, mit den Auswirkungen hochschulpolitischer Strukturen und den sich aus diesen ergebenden Ungewissheiten und Ängsten als sogenannter wissenschaftlicher „Nachwuchs” nicht allein dazustehen. Allerdings gilt es, die angestoßenen Debatten nun auch in der Tiefe zu führen und das kann je nach Disziplin anders aussehen.

„Wohl bekomms!“ Der Deutsche Ethikrat sucht nach Ernährungs- und Gesundheitsverantwortlichkeiten

Die Bevölkerungsgesundheit beschäftigt Regierungen schon lange. Und die Frage der Ernährung war dabei schon immer prominent. War es zunächst vor allem die Not, die Bevölkerung überhaupt ausreichend satt zu bekommen (um starke Arbeitskräfte und Soldaten zu haben oder auch Revolten zu verhindern), liegt das Problem heutzutage bekanntlich ganz woanders. Seit vielen Jahren wird davor gewarnt, dass Menschen zu viel und Ungesundes essen, sich dazu auch noch zu wenig bewegen, dass sie dicker werden und dass ernährungsbedingte Krankheiten dramatisch zunehmen, was die Volkswirtschaft schädigt.

Nach der Tagung ist vor der Tagung … Ein Rückblick auf #trinational 2021 und Vorstellung der neuen Socia Media Beauftragten der DGSA

Vor mittlerweile gut elf Wochen fand die trinationale Tagung der drei wissenschaftlichen Fachgesellschaften OGSA, SGSA und DGSA mit gleich drei Premieren statt: Zum ersten Mal länderübergreifend, zum ersten Mal digital und zum ersten Mal während der Corona-Pandemie. Für mich war es auch eine Premiere, zumindest in meiner neuen Funktion als Social-Media-Beauftragte der DGSA – 2018 war ich als dokumentierende Fotografin bei der DGSA-Tagung in Hamburg dabei. 2019 in Stuttgart hinter der Filmkamera bei der Serie „30 Jahre – 30 Köpfe“. Ich möchte in diesem Beitrag einen kurzen Rückblick auf die Tagung aus meiner Perspektive geben und mich gleichzeitig bei den Mitgliedern der DGSA vorstellen.

# Ich bin (nicht) Hanna.

Für eine professorale Einmischung in die Debatte um Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft.

Es ist ein verspäteter Ruhm. Drei Jahre nachdem Doktorand*in Hanna die Hauptrolle in einem Video des BMBF (Link zum Video des BMBF) hatte, trendet ihr Name bei Twitter und anderen (digitalen) Medien [1]. Das Ministerium für Bildung und Forschung erklärt in dem Film das Wissenschaftszeitvertragsgesetz und warum es, aller Kritik zum Trotz, eine sinnvolle Sache sei: Befristete Stellen seien nötig, weil sonst „eine Generation alle Stellen verstopft“. Außerdem würde dadurch für „neue Impulse“ gesorgt, von denen die Wissenschaft lebe, so das BMBF in einer aktuellen Stellungnahme vom 13.06.21 (Link zur Stellungnahme des BMBF). Die „erheblichen Herausforderungen“, vor die das Gesetz Akademiker*innen stelle, müssten aufgrund der genannten Vorteile eben in Kauf genommen werden: „Das Gesetz hat einen Sinn“ (https://www.bmbf.de/de/ichbinhanna---antwort-des-bmbf-auf-die-diskussion-in-den-sozialen-netzwerken-14675.html).

Soziale Arbeit und Corona. Fragen und Einladung zu einer politischen Stellungnahme

Die Praxis Sozialer Arbeit ist seit dem Beginn der Krise massiv betroffen, in unterschiedlichen und noch nicht klar zu benennenden Auswirkungen. Doch gerade jetzt ist ihr politischer Auftrag als Menschenrechtsprofession gefragt; insbesondere auch, da sie an den Adressat*innen / Nutzer*innen nahe dran ist und erfährt welche Probleme und Antworten sich stellen. Diese werden von der Politik oft nicht wahrgenommen oder in ihre Überlegungen eingebunden. Die Profession Soziale Arbeit hat eine klare Verantwortung für diese und muss sowohl theoretisch, praktisch als auch politisch aus dieser Pandemie ihre eigenen Lehren ziehen und sich öffentlich klar und laut positionieren.

Kohäsion und Spaltung in Social Media: Welchen Beitrag können wir leisten?

Im Folgenden möchte ich die Titel-gebenden Begriffe der Kohäsion und der Spaltung der diesjährigen trinationalen Tagung vor dem Hintergrund der Kommunikation in Social Media diskutieren. Mir ist besonders daran gelegen, die Vorteile von Dissens – insbesondere in Social Media – herauszustreichen, die zu einem vielfältigen Wir führen können.

Für die am 23. und 24. April 2021 anstehende trinationale Tagung der DGSA, OGSA und SGSA wählten die drei Fachgesellschaften den Titel „Europäische Gesellschaft(en) zwischen Kohäsion und Spaltung“. Dabei sei es für die Soziale Arbeit von Bedeutung, „nach ihrem Beitrag zum Herstellen oder auch zum Verhindern sozialer und gesellschaftlicher Kohäsion zu fragen“. Vor dem Hintergrund der Social-Media-Kommunikation interessiert mich besonders der zweite Teil dieser Aufgabe. Und ich interpretiere ihn positiv und entwickle daraus die Frage: Wie gestalten wir Wissenschaftskommunikation, oder allgemeiner: Öffentlichkeitsarbeit, im Netz, die Dissens ausdrücklich erlaubt?